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Schapenkoppen

Schapenkoppen

Der Begriff „Scha­pen­koppen“ bedeutet wört­lich „Schafs­köpfe“ und ist im nieder­deut­schen und nieder­län­di­schen Sprach­raum ursprüng­lich eine spöt­ti­sche Bezeich­nung für Menschen, die als einfältig oder leicht­gläubig gelten. Diese allge­meine Bedeu­tung erhält in Dord­recht jedoch eine ganz eigene, histo­risch-sagen­hafte Prägung.

Der Ursprung des Spitz­na­mens geht auf eine Über­lie­fe­rung aus dem 17. Jahr­hun­dert zurück, als auf in die Stadt einge­führte Waren hohe Verbrauchs­steuern (Acci­jnzen) erhoben wurden. Um diese Abgaben zu umgehen, versuchte ein Mann, ein außer­halb der Stadt gekauftes Schaf heim­lich nach Dord­recht zu bringen. Er zog dem Tier Kinder­klei­dung an und trug es gemeinsam mit seinen Kindern scheinbar unauf­fällig durch das Stadttor am Riedijks­poort. Der Plan schei­terte jedoch, als das Schaf im Gedränge laut zu blöken begann. Die damals dort postierten fran­zö­si­schen Soldaten entlarvten den Betrug, der Schmuggler wurde verhaftet und erst nach Zahlung aller Abgaben wieder frei­ge­lassen.

Zur großen Belus­ti­gung der Nach­bar­städte blieb die Geschichte im kollek­tiven Gedächtnis haften. Seitdem werden die Einwohner von Dord­recht „Scha­pen­koppen“ genannt. Aus der einst spöt­ti­schen Bezeich­nung ist im Laufe der Zeit ein iden­ti­täts­stif­tender Spitz­name geworden. Heute wird die Sage mit einem Augen­zwin­kern gepflegt: Noch immer erhält jedes Neuge­bo­rene in Dord­recht bei der Anmel­dung ein kleines Plüsch­schaf als Will­kom­mens­ge­schenk der Stadt.

Schapenkoppen – die Geschichte hinter diesem Spitznamen

Dordrecht ist nicht nur eine der ältesten Städte der Niederlande, sondern auch eine mit Charakter – und mit einem eher…

1 Jahr ago