Dieses Jahr muss es wirklich gelingen …

Gießkannen am Baum zur Landesgartenschau in Überlingen

Dekoration zur Landesgartenschau

Einigen wird Überlingen sicher schon bekannt sein. Eine Stadt, deren historischer Stadtkern über idyllische Plätze mit Kirchen und eine Uferpromenade verfügt, die einen traumhaften Blick auf den Bodensee und das Alpenpanorama freigibt.

Bereits letztes Jahr sollte hier die Landesgartenschau, erstmalig am Bodensee, stattfinden. Die Vorbereitungen waren bereits getroffen. Aber Corona machte allen Plänen einen Strich durch die Rechnung.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Deshalb ist geplant, dass die Landesgartenschau dieses Jahr, vom 9. April bis 17. Oktober 2021, ihre Pforten für alle Besucher öffnen wird. Das Motto lautet: „Erfrischend – Grenzenlos – Gartenreich“. Dann wird auf einer Fläche von rund elf Hektar – im Uferpark, in verschiedenen innerstädtischen Gärten und einer Kirche  – eine fantastische Pflanzen- und Blumenpracht zu sehen sein. Insgesamt können 5 Ausstellungsbereiche besichtigt werden, welche durch einen 5 Kilometer langen Rundweg verbunden sind. Zu den besonderen Highlights gehören auch die schwimmenden Gärten und die Gartenlinie übers Wasser bis hin zur Insel Mainau. Darüber hinaus sind rund 3.000 Veranstaltungen geplant.

Ich habe mich bereits im letzten Jahr in Überlingen umgeschaut und will gern einen kleinen Überblick zu den Sehenswürdigkeiten geben. Damals war bereits einiges von der Landesgartenschau, wie zum Beispiel die Anlagen und Ausschmückungen, zu sehen. Natürlich wird dieses Jahr vieles noch attraktiver und farbenfroher sein, wenn für die Besucher geöffnet wird. Jetzt noch Daumen drücken, dass die Landesgartenschau in 2021 wie geplant stattfindet.

Kleiner Rundgang durch Überlingen

Die Stadtmauer mit ihrem Graben

Stadtbefestigung in Überlingen

Ehemalige Stadtbefestigung mit Stadtgraben

Nicht nur zwischen Bahnhof und Altstadt, sondern in ganz Überlingen kann man noch gut erhaltene Teile der ehemaligen Stadtbefestigung aus dem Mittelalter entdecken. Neben den Mauerzügen mit ihren Türmen befinden sich die Stadtgräben. Diese werden gegenwärtig oft als Parkanlagen und Fußgängerwege genutzt.

Bis zum 14. Jahrhundert war Iberlinge, wie die Stadt auf Bodenseealemannisch heißt, nämlich vollständig mit Wällen und Gräben umgeben. Die Wälle wurden später mit Mauern verstärkt, wobei das gesamte Dorf eingeschlossen und somit geschützt war. Die Befestigungsanlagen wurden kontinuierlich erweitert und mit Türmen ergänzt.

Als im 19. Jahrhundert das Verkehrsaufkommen stetig zunahm, verbreiterte und befestigte man die Straßen der Altstadt. Leider wurden dadurch auch verschiedene Tore und Türme abgebrochen. Gleichzeitig begann man, die Stadtgräben als Grünflächen und Fußwege zu nutzen.

In den letzten Jahrzehnten wurden große Anstrengungen unternommen, die Stadtbefestigung und ihre Türme nicht nur zu erhalten, sondern so gut wie möglich in ihrer früheren Form wieder herzustellen.

 

Das Münster St. Nikolaus

Das Münster ist das Wahrzeichen der Stadt Überlingen und gleichzeitig die größte gotische Kirche am Bodensee.

Der Bau des Gebäudes begann im Jahre 1350 und dauerte bis 1576 an. Der imposante Kirchturm der fünfschiffigen Basilika ist 66 Meter hoch. Er wird von einer Welschen Haube, die sich auf einer Laterne befindet, abgeschlossen.

Das Prunkstück des Kirchenraums ist zweifelsohne der von Jörg Zürn aus Lindenholz geschnitzte Hochaltar, der zwischen 1613 und 1616 gefertigt wurde. Der Altar besitzt insgesamt 23 lebensgroße wie auch 50 kleinere Holzfiguren.

Eine weitere Besonderheit im Inneren des Münsters ist die an einem Pfeiler befestigte Kanonenkugel. Diese stammt aus dem Jahr 1634. Auf dem darunter hängenden Schild ist zu lesen:

„Überlingen wollte bezwingen
Der Schwedisch Feldmarschall Horn,
Thät ihm gar ubel lingen,
Drey Stürm hatt Er verloren,
Darnach müste Er weichen,
MARIA, diß ist dein Sig Zaichen“.

Mit dieser Aufschrift wird an den Sieg der Stadt über die Schweden erinnert. Noch heute halten die Überlinger zum Andenken an diese göttliche Fügung alljährlich eine festliche Prozession ab.

st. Nikolaus Münster in Überlingen

Münster St. Nikolaus mit Kreuz

Kirchenraum des St Nikolaus Münsters in Überlingen

Innenansicht des Münsters

Altar des St. Nikolaus Münster in Überlingen

Detailansicht des Hochaltars

St Nikolaus Münster in in Überlingen

Turm des St. Nikolaus Münsters

Der Pavillon Ölberg südlich des Überdinger Münsters St. Nikolaus

Der Ölberg

Der Ölberg

Südlich des Münsters befindet sich ein halboffener Pavillon mit einem betenden Christus. Die sogenannte Ölbergkapelle stiftete die Überlinger Elsbeth Küfferin im 15. Jahrhundert ihrer Heimatstadt.

Joseph Franz Sales Wocheler Büste beim Münster in Überlingen

Wocheler Büste

Nachdem der anfällige Sandstein starke Schäden aufwies, führte man umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch. Diese Arbeiten wurden größtenteils 2018 abgeschlossen.

 

Wocheler Büste

Ein weiteres Kunstwerk direkt neben dem Münster ist die Büste von Joseph Franz Sales Wocheler, der lange in Überlingen lebte und 1848 hier starb. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Pfarrer war er auch Stifter der Leopold-Sophien-Bibliothek am Ort.

Die Plastik wurde 1878 zu seiner Ehrung und zum Andenken aufgestellt. Auf ihr steht auch der Wahlspruch von J.F.S. Wocheler, der lautet: „Seid immer frohen Muthes!“.

 

Franziskanerkirche in Überlingen

Franziskanerkirche

Franziskanerkirche

Die ehemalige Klosterkirche des Franziskanerkonvents ist die zweitgrößte Kirche in Überlingen. Ursprünglich wurde sie im gotischen Stil errichtet. Im 18. Jahrhundert erfolgte ein Umbau mit vielen barocken Elementen, was vor allem im Inneren der Kirche deutlich zu sehen ist.

Die Franziskanerkirche ist nach einer wechselvollen Geschichte wieder Eigentum der Stadt. Neben Gottesdiensten finden hier auch Konzerte und verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt.

 

Fußgängerzone mit Pfenningturm

Fußgängerzone mit Pfenningturm

Neues Rathaus mit Pfennigturm

Neben seiner Funktion als Sitz der Stadtverwaltung ist das Rathaus von Überlingen auch architektonisch gesehen interessant, da es durch seine Baugeschichte verschiedene Stile vereint.

Der Grundstein zur Errichtung des Gebäudes wurde bereits im 14. Jahrhundert gelegt. Der gotische Stil dieser Epoche ist noch deutlich bei den Fenster- und Türöffnungen zu sehen. Die Rustikaquaderung an der Vorderseite verweist jedoch auf die italienischen Renaissance. Ein besonderer Blickfang ist die Sonnenuhr am Turm.

Im Inneren besitzt das Gebäude einen der schönsten spätgotischen Ratssäle mit Schnitzereien von Jakob Russ.

Reichlin von Meldegg Museum in Überlingen

Reichlin-von-Meldegg-Haus

 

Ehemalige Stadtkanzlei

Die alte Stadtkanzlei ist eines der schönsten Renaissancebauten am Bodensee. Es wurde zwischen 1598 und 1600 errichtet und war Wohn- und Amtssitz des Stadtschreibers. Seit 1913 wird das Gebäude als Stadtarchiv genutzt. In der Mitte des Giebels ist das Überlinger Wappen aus dem Jahre 1528 zu sehen.

 

Das Reichlin-von-Meldegg-Haus

Das Reichlin-von-Meldegg-Haus beherbergt das städtische Museum, welches eines der ältesten und zugleich wichtigsten Museen der Bodenseeregion ist. Das Gebäude ließ der Patrizier und Arzt Andreas Reichlin von Meldegg am Ende des 15. Jahrhundert errichten. Die Fassade des Baus zeigt deutlich die Einflüsse der florentinischen Renaissance in Deutschland auf.

Stadtansicht vom Hafen Überlingen

Sicht vom Hafen zur Stadt

Uferpromenade mit Hafen

Nicht nur bei schönem Wetter lohnt sich ein Spaziergang entlang der Uferpromenade. Neben dem See und grünen Oasen gibt es hier auch noch einiges andere zu entdecken und zu genießen, denn verschiedene Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein.

Markthalle Greth an der Uferpromenade in Überlingen

Uferpromenade mit der Greth

Erwähnenswert ist die Greth, ein klassizistische Gebäude, dessen Grundstein bereits im 14. Jahrhundert gelegt wurde. Ursprünglich fungierte es als Handels- und Kornhaus. Gegenwärtig beherbergt das Gebäude eine Markthalle, verschiedene Geschäfte und selbst ein Kino.

Freie Kunstakademie in Überlingen

Freie Kunst-Akademie

Unweit des Hafens befindet sich die Freie Kunstakademie, welche einen Studiengang und auch Kurse in Malerei anbietet. Diese private Akademie ist in einem 1875/76 errichteten neoklassizistischen Bau untergebracht. Das Gebäude wurde noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Turnhalle genutzt.

 

Der Bodenseereiter an der Uferpromenade

Bodenseereiter, ein Kunstwerk von Peter Lenk

Brunnen mit dem Bodenseereiter an der Uferpromenade

Ein besonderer Blickfang ist der Brunnen mit dem Bodenseereiter beim Landungsplatz. Die Skulptur wurde von dem Bildhauer Peter Lenk erschaffen und im Jahre 2000 enthüllt.

Bei der Auftragsvergabe für das Kunstwerk wünschte sich die Stadt Überlingen eine visuelle Darstellung der Ballade „Der Reiter und der Bodensee“ von Gustav Schwab.

Entsprechend dieser Vorgabe und wahrscheinlich etwas anders als beabsichtigt, stellte Peter Lenk den Bodenseereiter in Gestalt von Martin Johannes Walser dar. Der am Bodensee geborene und am Ort ansässige Schriftsteller trägt Schlittschuhe und sitzt auf einem Gaul, der nur widerwillig voraus will. Auch die anderen zu sehenden Figuren sind frühere und gegenwärtige Persönlichkeiten, die einen starken Bezug zur Stadt haben. Das Werk hat nicht nur bei seiner Enthüllung viele Diskussionen und Kontroversen aufgeworfen …

 

Der Bodenseereiter, Darstellung von Martin Johannes Walser nach dem Gedicht von Gustav Schwab

Der Bodenseereiter

Kennst du die Sage vom Bodenseereiter?  Hier kannst du die Ballade „Der Reiter und der Bodensee“ von Gustav Schwab nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit: Wer nach Überlingen kommt, dem wird einiges geboten. Neben dem Besuch der Landesgartenschau sollte auch eine kleine Stadtbesichtigung unternommen oder eine Pause in einen der Cafés an der Uferpromenade eingelegt werden. Darüber hinaus eignet sich die gesamte Bodenseeregion ideal für eine Radtour oder einen Ausflug in die Weinberge.

 

Quelle: https://www.ueberlingen-bodensee.de/tourist-information, https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberlingen