Boppard am Rhein

Stadtansicht Boppard

 

Boppard ist, zumindest für viele dem Namen nach, eine der bekannteren Städte am Mittelrhein. Das liegt sicher auch daran, dass sich der Ort nicht weit von der Loreley und gegenüber der Burg Liebenstein und Sterrenberg befindet. Entsprechend der Überlieferungen werden diese beiden Burgen auch die feindlichen Brüder genannt.

 

Auf den Spuren vom Beginn bis zur Gegenwart

römischer Torbogen in Boppard

Torbogen des Kastells

Die Anfänge von Boppard gehen bis in die Zeit der Kelten zurück. Der Name für den Ort war ursprünglich  „Boudobriga“, was so viel wie „Ruhm-Burg“ oder „Sieg-Burg“ bedeutet. Das zu Beginn kontinuierlich anhaltende Wachstum der Ansiedlung war zu einem Großteil auf die günstige wie auch geschützte Lage am Rhein zurückzuführen.

Mauer des Römischen Kastells mit der Christuskirche im Hintergrund

Kastellmauer mit Christuskirche

Die Römer, die den Kelten folgten, förderten den weiteren Ausbau. Dabei veränderten sie das Gesicht der Ortschaft maßgeblich. Ihre Spuren sind selbst noch heute deutlich zu sehen. Die Mauerüberreste des römischen Kastells befinden sich direkt in der Innenstadt, auf einem frei zugänglichen Areal. Das Kastell beeindruckte zu seiner Zeit mit einer enormen Größe, die eine rechteckige Fläche von ca. 4,7 Hektar einnahm. Die Mauern der Anlage waren dabei bis zu 3 Meter dick. Mit einer Höhe bis zu 9 Metern und 20 Türmen war die Festung gleichzeitig eines der beeindruckendsten Bauwerke seiner Zeit.

Nach dem Abzug der römischen Truppen im 5. Jahrhundert wurde die Festung Boppard von den Germanen erobert, die das Kastell zu einem merowingischen Königssitz erhoben.

Aufgrund der günstigen Entwicklung führte Boppard bereits im Jahre 803 den Titel Reichsstadt und erhielt 1050 die Marktrechte. Während des gesamten Mittelalters wurde die Stadt von verschiedenen deutschen Königen aufgesucht, die während ihrer Verweildauer am Königshof residierten. Ab den 14. Jahrhundert stand Boppard unter der Herrschaft der Trierer Kurfürsten.

Zweitürmige St Severus Kirche in Boppard

St.-Severus-Kirche

Romanische St Severus Kirche in Boppard

St.-Severus-Kirche

Neben all dem Wachstum blieb die Stadt jedoch nicht von Kriegen verschont. So hinterließen der dreißigjährige Krieg, die pfälzischen Erbfolgekrieg sowie der polnische Thronfolgekrieg ihre Spuren. Trotz dieser Geschehnisse sind der Stadt noch eine Vielzahl von Bauwerke aus dem Mittelalter erhalten geblieben.

Eines der charakteristischsten Wahrzeichen ist dabei die St.–Severus-Kirche in der Innenstadt von Boppard, die auch vom Rhein aus sehr gut zu sehen ist. Die Kirche mit ihren zwei Türmen wurde an der Stelle eines früheren römischen Militärbades erbaut. Diese im 12. und 13. Jahrhundert errichtete Basilika ist ein Beispiel für den Rheinischen Übergangsstil, der sich durch romanische wie auch gotische Stilelemente auszeichnet. Besonders sehenswert sind im Inneren das 285 cm hohe Triumphkreuz, die romanische Madonna und das frühchristliche Taufbecken.

Burg Boppard am Rhein

Burg mit Museum

Ein weiteres, historisch interessantes Bauwerk ist die kurfürstliche Burg, die 1265 Richard von Cornwall erbauen ließ. Ausgehend von ihrer ursprünglichen Aufgabe, zur Sicherung des Territoriums und des Rheinzolls zu dienen, erlebte die Burg eine wechselvolle Geschichte. So war sie neben Zollamt, Gendarmerie und Polizeiinspektion auch Amtsgericht, Gefängnis, Lazarett und Wohnstätte. Heute befinden sich in der Burg das Stadtmuseum, die Thonet-Ausstellung zu Burgholzmöbeln und deren Geschichte sowie thematische Wechselexpositionen. Der Burgturm des Museums ist besteigbar und bietet einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Rhein.

Bibel Buch im Stadtmuseum in der Burg von Boppard

Exponat im Stadtmuseum

Wandmalerei im Stadtmuseum der Burg von Boppard

Wandmalerei im Burgturm

Burgmuseum Boppard mit Thonet-Ausstellung

Thonet-Ausstellung

 

 

 

 

 

 

Sicher einen Besuch wert

Aufgrund der Sehenswürdigkeiten, wobei hier noch einiges aufgezählt werden könnte, und der gemütlichen Atmosphäre ist die Stadt gegenwärtig eines der meist beliebten Touristenziele am Rhein. Viele der mittelalterlich anmutenden Straßen und Gassen mit ihren Cafés und Restaurant laden zu jeder Jahreszeit zum Besuch und Verweilen ein.

Fußgängerzone / Straße in der Innenstadt von Boppard

Straße in der Innenstadt

 

Schnuggelelsje Plasik von Jutta Reiss in Boppard

„Schnuggelelsje“ von Jutta Reiss

 

Kleine Kneipe im Zentrum von Boppard

„Kleinste Kneipe“

 

Restaurant Innenstadt Boppard

Fachwerkhaus mit Restaurant

 

 

 

 

 

 

 

 

Dabei ist nicht nur die Stadt an sich selbst interessant. In der direkten Umgebung befinden sich vielfältige Ausflugs- und Wandermöglichkeiten. Die Schwierigkeitsgrade der (Rund-)Wanderwege ist dabei sehr unterschiedlich. Eines ist jedoch ganz sicher – vom Rheinsteig aus besitzt man einen fantastischen Blick auf den Rhein und seine nähere Umgebung.

Dabei soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Gegend ein traditionelles Weingebiet ist, das gerade in den letzten Jahren wieder eine sehr gute Reputation zurückgewonnen hat.

 

Traumschleifen

Lust auf eine Wanderung rund Boppard? Dann könnte die Traumschleife Fünfseenblick oder der Klettersteig etwas für dich sein. Diese Rundwanderweg sind zu (fast) jeder Jahreszeit wirklich zu empfehlen.

 

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Boppard und www.boppard.de

 

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