Das fast 50.000 Einwohner zählende Rastatt liegt unmittelbar am Rhein und damit zugleich an der Ländergrenze zu Frankreich.

Urkundlich erstmalig im 11. Jahrhundert als Rasteten erwähnt, brannte die Stadt 1689 fast vollständig nieder. 1697 ließ Marktgraf Ludwig Wilhelm, der auch als Türkenlouis in die Geschichte einging, den Wiederaufbau der Siedlung und den Bau seines neuen Jagschlosses anordnen. Am Ende des 17. Jahrhundert wurde dieses Jagschloss zu einer beeindruckenden Residenz, dem Schloss Rastatt, ausgebaut.

Schloss Residenz in Rastatt
Schloss Rastatt

Das Schloss Rastatt

Das Schloss Rastatt ist heute Wahrzeichen und immer noch den Mittelpunkt der Stadt. Die Barockresidenz wird auch das „Badische Versailles“ genannt, da sie dem französischen Original des Sonnenkönigs Ludwig XVI nachempfunden wurde. Wie auch das Original ist die Residenz absolut symmetrisch, wobei die Straßen fächerförmig zu dem Prunkbau führten.  

Decke mit Malerei und Balustrade im Schloss Rastatt
Deckengestaltung
Empfangshalle in der Residenz Rastatt
Vorhalle

Für die Gestaltung der Innenräume wurden vor allem italienische Künstler beauftragt, die ein beeindruckendes Werk an Fresken, Stuckaturen und Plastiken schufen. Neben der Schlosskirche und dem Ahnensaal sind ebenfalls die Wohnräume sehenswert. Eine ganz besondere Skulptur im Vorraum zum Ahnensaal ist die Statue des Jupiters, die sich ursprünglich auf dem Dach des Schlosses befand.

Neben den zu besichtigenden Schlossräume befinden sich in dem Bau auch das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt sowie eine Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte. Alle drei Ausstellungen sind miteinander verbunden und jede auf ihre Art interessant.

Statue Jupiter im Schloss von Rastatt
Statue des Jupiters

Weitere Sehenswürdigkeiten in Rastatt

Die Stadtskirche St. Alexander in Rastatt
Kirche St. Alexander

Nicht weit vom Schloss entlang führt die historische Route durch die Rastatter Altstadt. Auf dieser Route sind besondere Gebäude, Brunnen oder Plastiken zu sehen, die die Geschichte der Stadt widerspiegeln. Alle diese Sehenswürdigkeiten sind einfach und gut zu Fuße erreichbar.

Ein imposanter Bau auf dieser Route ist beispielsweise die katholische Stadtkirche St. Alexander, die sich direkt beim Marktplatz befindet. Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Kirche wurde 2015/2016 umfassend renoviert. Das prächtige Portal wie auch der Kircheninnenraum beeindrucken deshalb auch noch heute seine Besucher mit dem Prunk und der Pracht aus dem barocken Zeitalter.

Fruchthalle mit Brunnen in Rastatt
Fruchthalle

Auf dem Markplatz direkt vor der Kirche ist der ebenfalls im 18. Jahrhundert errichtete Johannes-Nepomuk-Brunnen zu finden. Damals wurde ein bereits bestehender Ziehbrunnen zu dem noch heute zu sehenden Pumpbrunnen umgebaut, der dem Heiligen Nepomuk, dem Schutzheiligen des Beichtgeheimnisses, der Sterbenden wie auch der der Schiffer und Flößer, gewidmet ist.

Wenn man der Fußgängerzone ausgehend von der Stadtkirche über den Markt weiter folgt, kommt man direkt zu der Fruchthalle. Dieses Gebäude aus dem 19. Jahrhundert diente ursprünglich als Lager-, Fest- und Markthalle sowie als Feuerwehrhaus. Seit 1993 beherbergt es eine Galerie, die vor allem zeitgenössische Kunst aus Baden präsentiert. In dem Bau befindet sich auch ein (Eis-) Café mit größerer Terrasse.

Willst du mehr zur historischen Route wissen? Dann empfehle ich für ein paar kurze und anschauliche Informationen den Link: https://www.historische-route-rastatt.de/. Hier ist auch eine Übersicht zu der Laufroute zu finden.

Ist Rastatt einen Besuch wert?

Vor unserem Besuch der Stadt kannten wir Rastatt noch nicht. Wir haben hier auf unserer Durchreise einen Tag verbracht und waren wirklich positiv überrascht. Die gemütliche und übersichtliche Stadt, die sehr schöne Straßencafés besitzt, bezaubert mit ihrer Atmosphäre und ihren historischen Bauten. Ein Besuch des Schlosses ist ein Must und dafür sollte man wirklich ein wenig Zeit mitbringen.

 

Markt mit Blick auf das Schloss in Rastatt
Am Markttag mit Blick zum Schloss

Tipp

Der Markt von Rastatt ist einer der schönsten seiner Art. Der Wochenmarkt findet jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 7 Uhr (im Winterhalbjahr ab 8 Uhr) bis 13 Uhr statt.

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