Kasteel Doornenburg -

eine der besterhaltenen Burgen der Niederlande

Eingang Burg Doornenburg
Burg Doornenburg

Kasteel Door­nen­burg liegt in der nieder­län­di­schen Provinz Gelder­land, nahe dem gleich­na­migen Dorf Door­nen­burg – nicht weit von der deut­schen Grenze entfernt. Die Burg zählt zu den größten und am besten erhal­tenen Wasser­burgen des Landes. Bereits von außen besticht ihre mittel­al­ter­liche Archi­tektur durch den erstaun­lich guten Zustand, der sich im Inneren fort­setzt. Um eine Erklä­rung dafür zu finden, müssen wir kurz in die Geschichte des Bauwerks eintau­chen.

Von der Hausfestung zur Festungsburg

Burg Doornenburg

Die Geschichte von Kasteel Door­nen­burg reicht erstaun­lich weit zurück. Bereits um das Jahr 800 exis­tierte an dieser Stelle eine Haus­fes­tung. Erste Belege für eine Burg stammen aus dem 13. Jahr­hun­dert, die in der darauf­fol­genden Zeit zu einer Vertei­di­gungs­an­lage ausge­baut wurde.

Den Kern der Burg bildete die Eingangs­halle, an die sich weitere Gebäude wie Ritter­säle, Türme, Keller und Wirt­schafts­ge­bäude anschlossen. Die im 15. Jahr­hun­dert voll­endete Burg wurde bis ins 19. Jahr­hun­dert hinein von verschie­denen Fami­lien bewohnt.

Danach begann der allmäh­liche Verfall. Im Jahr 1936 erwarb der Textil­in­dus­tri­elle J. H. van Heek jedoch das herun­ter­ge­kom­mene Gebäude und grün­dete eine Stif­tung zum Erhalt des Kastells Door­nen­burg. Bereits im darauf­fol­genden Jahr begannen die Restau­rie­rungs­ar­beiten, die 1941 abge­schlossen waren.

Tragi­scher­weise wurde der gesamte Komplex im Jahr 1945 bei einem Luft­an­griff der Alli­ierten im Zweiten Welt­krieg schwer zerstört. Erhalten blieben ledig­lich die Keller und Teile der Mauern. Gleich nach Kriegs­ende begann der erneute Wieder­aufbau, bei dem alles in seinem ursprüng­li­chen Zustand wieder­errichtet wurde. Dadurch lässt sich auch der heutige sehr gute Zustand der Burg erklären.

Innenräume –Ein Blick in die Burg

Die restau­rierten Räume lassen die frühere Geschichte wieder lebendig werden:

Wie seit eh und je betreten wir die Burg durch die Eingangs­halle. Von hier aus können die anderen Räume erreicht werden, wie:

Eingangshalle Burg Doornenburg
Kleiner Keller Burg Doornenburg

der kleiner Keller: Wurde als Küche genutzt – schlicht, funk­tional und anschau­lich erhalten.

der große Keller: Mit unre­gel­mä­ßigen Stufen versehen, die Einbre­chern den Zugang erschweren sollten.

Rittersaal Burg Doornenburg

der Ritter­saal: Hier spielte sich das soziale Leben ab – mit orgi­nal­ge­treuer Ausstat­tung und Gebrauchs­ge­gen­ständen sowie beson­deren Decken-Gips­re­liefen.

Schlafgemach Burg Doornenburg

die Schlaf­kammer: Eine Kammer mit Himmel­bett und weiterer Ausstat­tung, die das einfache aber noble Leben auf der Burg zeigen.

Magisches Sigel Burg Doornenburg

der obere Saal: Gewidmet dem Wieder­erbauer Jan van Heek, zeigt dieser Raum u.a. das origi­nale Siegel von Door­nen­burg, das einst bei magi­schen Ritualen Verwen­dung fand.

In weiteren Räumen ist beispiels­weise eine Ausstel­lung über die Zerstö­rung im Zweiten Welt­krieg und den anschlie­ßenden Wieder­aufbau oder auch eine bild­hafte Doku­men­tion zu der popu­lären Fern­seh­serie „Floris“ in den 60/70-iger Jahren, die hier auf der Burg gedreht wurde.

Außenanlagen – Vorburg, Café und Kräutergarten

Kräutergarten Burg Doornenburg

Neben der Haupt­burg verfügt Kasteel Door­nen­burg über eine Vorburg mit Burg­platz. Auf diesem befindet sich heute auch die “Herberg de Door­nen­burg” mit ein gemüt­li­ches Café und einem Bed & Break­fast. Hier kann man entspannen und dabei den Blick auf die eindrucks­volle Festung genießen.

Erwäh­nens­wert ist zudem der histo­ri­sche Kräu­ter­garten außer­halb der Burg, der nach alten Vorbil­dern bepflanzt wurde. Die Besu­cher können hier verschie­dene mittel­al­ter­liche Heil­pflanzen sehen und detail­lierte Infor­ma­tionen dazu erhalten.

Burghof Burg Doornenburg

Öffnungszeiten und Führungen

Burg Doornenburg

Kasteel Door­nen­burg ist norma­ler­weise sams­tags und sonn­tags von 11:00 bis 16:30 Uhr zugäng­lich. In den nieder­län­di­schen Feri­en­zeiten sowie an beson­deren Feier­tagen ist die Burg manchmal eben­falls geöffnet.

Zu den Öffnungs­zeiten finden Rund­füh­rungen statt, die von enga­gierten Frei­wil­ligen geleitet werden und inter­es­sante Einblicke in die Geschichte der Burg gewähren. Eine solche Rund­füh­rung ist wirk­lich zu empfehlen, da sie ohne zusätz­liche Kosten im Eintritts­preis inbe­griffen ist.

Sowieso ist ein großer Teil des heutigen Betriebs und Erhalts der Burg ist dem uner­müd­li­chen Einsatz von Frei­wil­ligen zu verdanken. Neben den Rund­füh­rungen pflegen sie die Anlagen, sind an der Innen­ge­stal­tung betei­ligt und wirken bei der Gestal­tung des kultu­rellen Ange­bots mit.

Fazit

Kasteel Door­nen­burg ist eine wirk­lich sehens­werte Burg und ein Symbol für den Erhalt histo­ri­scher Bauwerke. Hier kann Geschichte hautnah erlebt werden. Ein Ausflug in die nähere Umge­bung ist eben­falls zu empfehlen. Entlang des Rheins gibt es verschie­dene Natur­idyllen und weitere Sehens­wür­dig­keiten zu entde­cken, wie beispiels­weise Millin­ger­waard und Fort Pannerden.

Burg Doornenburg
Wappen Burg Doornenburg
Burg Doornenburg

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