Hast du bereits den Stein an der Kette in Utrecht gesehen?

Stein an der Kette in Utrecht bei der Drachenwolke

In der Innen­stadt von Utrecht liegt noch heute ein sagen­um­wo­bener Stein, der an einem Haus fest­ge­kettet ist. Er befindet sich direkt an der Ecke, an der die Alte Gracht und der Eligenhof zusam­men­treffen. Über­lie­fe­rungen zufolge, ist der Stein seit mindes­tens 1520 an dieser Stelle zu finden. Ursprüng­lich wurde er nieder­ge­legt, um das Haus vor vorbei­fah­renden Wagen zu schützen, die schwere und sper­rige Güter trans­por­tierten.

Vielen war der Stein jedoch nicht ganz geheuer. Wahr­schein­lich auch deshalb ranken sich viele Sagen um ihn.

So heißt es, dass Blut heraus­floss, wenn man um Mitter­nacht eine Nadel in eine seiner weiß­li­chen Adern stach.

Aber das war noch nicht alles …

In dunklen Nächten sollen sich bei dem Stein Hexen, Riesen, Geister und Zauberer getroffen haben. Diese unheim­li­chen Gestalten tanzten, vor allem bei Voll­mond, um den Stein herum.

Manchmal nahmen sie den Stein und warfen ihn sich wie einen Ball zu – von der Vollers­brug über die Alte Gracht zur Geer­te­brug und wieder zurück – und das die ganze Nacht hindurch. Dabei schienen sie großen Spaß zu haben.

Eine andere Über­lie­fe­rung berichtet, dass Teufel und Hexen den Stein wie eine Murmel verwen­deten und damit spielten. Auch sie amüsierten sich prächtig und verur­sachten dabei einen hölli­schen Lärm.

Was auch geschah – die Menschen wagten es nicht, sich zu beschweren. Denn wer sich mit Teufeln, Hexen, Zaube­rern oder ähnli­chen Gestalten anlegt, kommt selten unbe­schadet davon.

Doch irgend­wann hatten die Bürger von dem nächt­li­chen Treiben endgültig genug. Eines Nachts versam­melten sie sich und zogen gemeinsam durch die Straßen, um die bösen Geister zu vertreiben. Diese erschraken so sehr vor der großen, wütenden Menschen­menge, dass sie Hals über Kopf die Flucht ergriffen. Seitdem hat man sie in der Stadt nie wieder gesehen.

Zu aller Sicher­heit wurde der Stein jedoch an eine Kette gelegt. Nach ein paar Jahren kam auch kein Blut mehr aus ihm heraus. Es war sogar unmög­lich geworden, mit einer Nadel hinein­zu­ste­chen.

Die Bürger waren zufrieden. Nachts war es fortan ruhig und fried­lich. Und so liegt der Stein an der Kette noch immer an der Gracht in Utrecht.


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