Wappen Zutphen
Wappen Zutphen

Zutphen – die char­mante Türme­stadt an der IJssel – gehört viel­leicht nicht zu den bekann­testen, aber zu den ältesten und zugleich sehens­wer­testen Städten der Nieder­lande. Schlen­dert man durch ihre Straßen, spürt man sofort die Geschichte, die in den alten Mauern steckt. Als eins­tige Hanse­stadt spielte Zutphen eine bedeu­tende Rolle im Rhein­handel: Getreide, Bier, Wolle und Salz brachten Reichtum und Einfluss. Dieser Wohl­stand machte die Stadt zu einem wich­tigen poli­ti­schen Zentrum der Graf­schaft Geldern – und sein Erbe ist bis heute unver­kennbar.

Beson­ders prägend für das Stadt­bild sind die vielen Türme, die schon von weitem ins Auge fallen. Sie stehen unge­wöhn­lich dicht beiein­an­der­stehen und verleihen Zutphen seine charak­te­ris­ti­sche Silhou­ette, der die Stadt ihren Beinamen „Türme­stadt“ verdankt. Wer Zutphen besucht, sollte sich Zeit nehmen, die Altstadt mit ihren Türmen und histo­ri­schen Gassen auf einem gemüt­li­chen Spazier­gang zu entde­cken.

Walburgiskerk und Librije

Die St. Walbur­gis­kirche ist das Herz­stück der Altstadt. Ihr Ursprung reicht bis ins 11. Jahr­hun­dert zurück. Ursprüng­lich eine roma­ni­sche Kirche, wurde sie im 13. Jahr­hun­dert um goti­sche Elemente erwei­tert und schließ­lich zu einer beein­dru­ckenden Hallen­kirche im Stil der nieder­rhei­ni­schen Gotik ausge­baut.

Walburgiskerk in Zutphen
Walbur­gis­kerk
Altarraum in der Walburgiskerk in Zutphen
Innen­raum Walbur­gis­kerk
Orgel in der Walburgiskerk in Zutphen
Orgel Walbur­gis­kerk

Beson­ders sehens­wert ist die Librije, die sich in der Kirche befindet. Sie ist eine der nur noch drei erhal­tenen Ketten­bi­blio­theken aus dem Mittel­alter in Europa. Hier sind rund 750 Foli­anten aus dem 16. Jahr­hun­dert ausge­stellt – das Beson­dere: Die Bücher sind mit Eisen­ketten an den Lese­pulten gesi­chert, um Dieb­stahl zu verhin­dern. Ein faszi­nie­rendes Zeugnis mittel­al­ter­li­cher Buch­kultur.

Bibel, übersetzt von Luther und war im Eigentum von Johann Sebastian Bach
Bücher an der Kette in der Walburgiskerk in Zutphen
Ange­ket­tete Faksi­miles in der Kirche
Neues Testament, übersetzt von Luther und war im Eigentum von Johann Sebastian Bach

Wijnhuistoren

Wijnhuistoren in Zutphen
Wijn­huis­toren

Dieser markante Turm im Zentrum war ursprüng­lich Teil des alten Wein­hauses, das auch als Herberge und Stadt­wache diente. Er ist beson­ders bekannt für sein Glocken­spiel (Carillon). Von der Stif­tung „Vrienden van het Carillon“ (Freunden des Glocken­spiels) werden in den Sommer­mo­naten regel­mäßig Konzerte orga­ni­siert.

Drogenapstoren in Zutphen
Drogen­aps­t­oren

Drogenapstoren

Der wuch­tige Back­stein­turm aus dem Jahr 1444 diente einst als Stadttor und später als Wasser­re­ser­voir. Seinen Namen verdankt er dem Stadt­mu­si­kanten Tonis Drogenap, der hier Mitte des 16. Jahr­hun­derts wohnte.

Bourgonjetoren

Der Bour­gon­jetoren, ein Wehr­turm aus dem Jahr 1457, wurde während der Geldrisch-Burgun­di­schen Kriege erbaut. Seine fast vier Meter dicken Mauern beein­dru­cken bis heute. Im 18. Jahr­hun­dert schrieb hier der Geist­liche Johannes Floren­tius Martinet seinen berühmten „Kate­chismus der Natur“.

Broederenkerk

Broederenkerk in Zutphen
Broe­de­ren­kerk

Die Broe­de­ren­kerk ist eine impo­sante Klos­ter­kirche der Domi­ni­kaner aus dem frühen 14. Jahr­hun­dert. Seit 1983 beher­bergt sie die öffent­liche Biblio­thek von Zutphen. Im kleinen Dach­rei­ter­türm­chen hängt noch immer das alte Poor­ter­sk­lokje, das stets noch jeden Abend zwischen 21:50 und 22:00 Uhr läutet – einst das Zeichen, dass die Stadt­tore geschlossen werden müssen.

Broederenkerk in Zutphen
Broe­de­ren­kerk

Aber nicht nur Türme – was noch sehenswert ist

Berkelpoort

Fluss Berkel beim Berkelpoort in Zutphen
Berkel mit Berkel­poort

Das Berkel­poort ist ein eindrucks­voll erhal­tenes Wassertor der mittel­al­ter­li­chen Stadt­be­fes­ti­gung aus dem 14. Jahr­hun­dert, das einst der Vertei­di­gung Zutphens diente. Im Falle eines Angriffs wurden die Brücken­ge­wölbe mittels Fall­git­tern verschlossen. War der Durch­gang versperrt, konnten Angreifer von vorsprin­genden Balken aus mit Steinen und glühendem Pech bekämpft werden.

Das Tor über­spannt den kleinen Fluss Berkel und verbindet heute den histo­ri­schen Stadt­kern mit der Nieuw­stad (Neustadt).

Berkelpoort in Zutphen
Berkel­poort

Tipp:

Gleich in der Nähe des Berkel­poort werden Boots­touren auf der Berkel ange­boten. Zwischen April und Oktober kann zu festen Zeiten eine entspannte Rund­fahrt durch die histo­ri­schen Grachten Zutphens mit einem Flüs­ter­boot unter­nommen werden.

Hofjes

Eingangsportal von 1723, Hofje Bornhof in Zutphen
Oude Bornhof — Eingangstor aus 1723

Sehens­wert sind auch die Hofjes der Stadt. Diese typisch nieder­län­di­sche Form kleiner, ummau­erter Wohn­an­lagen diente früher als Zuhause für bedürf­tige Menschen, die dort in einer Gemein­schaft leben konnten.

Der Oude Bornhof ist nicht nur das älteste, sondern auch das bekann­teste Hofje in Zutphen. Es wurde um 1320 vom Kano­nikus Borro gegründet und bot ursprüng­lich mittel­losen älteren Menschen eine Unter­kunft, um ein würde­volles Leben im Alter führen konnten. Diese Aufgabe erfüllte es bis 1960, als den dama­ligen Bewoh­nern ein neuer Komplex zuge­wiesen wurde.

Heutige Hofje Bornhof in Zutphen
Hofje Oude Bornhof

Bult van Ketjen

Auf dem Bult van Ketjen erin­nert heute eine Kanone symbo­lisch an Zutphens frühere Festungs­zeit. Sie steht an der Stelle eines alten Vertei­di­gungs­boll­werks mit Blick über die IJssel und wurde 2018 aufge­stellt. Das Geschütz ist kein Original, sondern eine histo­ri­sche Nach­bil­dung, die an die stra­te­gi­sche Bedeu­tung Zutphens als befes­tigte Hanse­stadt erin­nert – ein kleiner, aber eindrucks­voller Akzent entlang der IJssel­pro­me­nade.

Historische Kanone beim Bult van Ketjen
Kanone bei Bult van Ketjen

Museen

Im präch­tigen Stadt­pa­lais Hof van Heeckeren, gegen­über der Walbur­gis­kirche, befinden sich die Musea Zutphen: das Stede­lijk Museum Zutphen mit Ausstel­lungen zur Stadt­ge­schichte, Kunst und Kultur sowie das Museum Henri­ette Polak, das sich der modernen nieder­län­di­schen Kunst widmet.

Musea Zutphen
Eingang Musea Zutphen
Stedelijk Museum Zutphen
Stede­lijk Museum Zutphen
Museum Henriette Polak Bild
Museum Henri­ette Polak
Museum Henriette Polak Bild
Museum Henri­ette Polak
Museum Henriette Polak Bild
Museum Henri­ette Polak

Ein ganz eigenes Kapitel schreibt das Museum Boer Kip. Es widmet sich dem Bauern Herman „Boer“ Kip, der in seinen letzten Lebens­jahren Alltags­ge­gen­stände seines Hofes kunst­voll bemalte. Der Bauernhof ist ein char­mantes Beispiel für Naive Kunst, und wie Krea­ti­vität und Land­leben sich auf uner­war­tete Weise verbinden können.

Die IJsselpromenade

Uferpromenade in Zutphen
IJssel­pro­me­nade
Standbild Ida Gerhardt, Dichterin, von der Künstlerin Herma Schellingerhoudt an der Flusspromenade in Zutphen
Stand­bild der Dich­terin Ida Gehradt von der Künst­lerin Herma Schel­lin­ger­houdt an der Prome­nade


Ein Spazier­gang entlang der IJssel­pro­me­nade ist ein Muss für alle, die Zutphen besu­chen. Vom kleinen Hafen aus hat man einen wunder­baren Blick auf den Fluss und die Silhou­ette der Stadt – beson­ders bei Sonnen­un­ter­gang.

Zugbrücke über die IJsel

Warum sich ein Besuch lohnt

Innenstadt Zutphen
Innen­stadt mit Fußgän­gen­zone in Zutphen

Zutphen zeigt auf eindrucks­volle Weise, wie reich und viel­schichtig die Geschichte nieder­län­di­scher Hanse­städte ist. Zwischen mittel­al­ter­li­cher Archi­tektur, leben­digen Museen und der idyl­li­schen Lage an der IJssel bietet die Stadt eine außer­ge­wöhn­liche Mischung aus Kultur, Geschichte und entspannter Atmo­sphäre. Ob auf einem Spazier­gang durch die Altstadt, beim Blick von der Prome­nade oder beim Besuch eines der Türme – Zutphen lädt dazu ein, Vergan­gen­heit und Gegen­wart glei­cher­maßen zu entde­cken.

Zutphen aan der Ijssel bei Drachenwolke Geschichten wie auch Sagen, Legenden und Infos rund um den Rhein

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