„Ostereieralarm!“ Leon rennt laut rufend durch die Zimmer. Und bereits wieder „Ostereieralarm!“. Schlappo schreckt aus dem Schlaf. Er hört Becky rufen: „Der Osterhase war da, guck mal!“ Verstarrt schaut der Hut von seinem Platz auf dem Schrank hinunter ins Zimmer. „Was ist das für eine Panik schon so früh am Morgen?“ denkt er noch schläfrig.

Leon und Becky suchen alle Ecken im Haus ab. Sie kriechen unter die Betten, die Tische und Stühle. Plötzlich ruft Leon: „Ich habe wieder einen“ und er fördert einen kleinen Korb mit einem Schokoladenosterhasen, zwei gekochten Eiern und noch vielen kleinen Zuckereiern zu Tage. Und weiter geht die Suche. Nach kurzer Zeit steht der kleine Tisch im Kinderzimmer voll Körbchen und Nester mit bunten Eiern und süße Leckereien. Becky drängelt. Sie will nach draußen. Immerhin hat der Osterhase die Eier versteckt. Und der Osterhase wohnt im Wald, das weiß jedes Kind. Also ist draußen im Garten eine große Chance, um noch mehr zu finden.Leo_Tisch002

Becky schaut sich suchend im Zimmer um. Als sie Schlappo sieht, leuchten ihre Augen auf. Sie hangelt den Hut vom Schrank. „Na, das ist doch ein super Ostereiertragehut!“, sagt sie. Zusammen mit Leon stürmt sie nach draußen.

Becky und Leon suchen auch den kleinsten Winkel im Garten ab. Unter dem Holunderbusch, in der Petersilie und selbst auf dem Apfelbaum hat der Osterhase Süßigkeiten und bunte Eier versteckt. Schlappo füllt sich mehr und mehr mit leckeren Dingen. Er hat selbst das Gefühl, dass er beinah auseinanderplatzt. Aber so ein richtiger Hut hat natürlich alles im Griff. Als jedoch noch ein kleiner Berg mit Süßigkeiten auf ihn getürmt wird, kommt er langsam ins Schwanken. Doch tapfer hält er das Gleichgewicht und alles zusammen.

Leon und Becky haben so viele Schokoladeneier genascht, dass sie zum Mittag beinahe nichts mehr essen können. Als alle noch am Tisch sitzen, klingelt es an der Tür. Papas Bruder ist mit seiner Frau und seinem Sohn Richard zum Osterfest gekommen. Ach du Schreck, Becky und Leon schauen sich erstaunt an. Das hatten sie bei diesem Trubel heute Morgen total vergessen! Dann schauen sie zu dem bis über den Rand gefüllten Schlappo und wieder zurück zu Richard. Schlappo hat die Blicke von den beiden gesehen und fühlt langsam aber sicher eine Gefahr heranziehen. Er kann sich nur allzu gut denken, wo die Gefahr herkommt. Die steht nämlich noch an der Tür und schaut sich prüfend im Zimmer um.

Schlappo im OsterwirbelLeon und Becky essen schnell ihr Mittagessen auf. Sie wollen von ihren Süßigkeiten noch retten, was zu retten ist. Nur zu genau kennen sie Richard. Der hat einen riesigen und unersättlichen Appetit. So schnell und unauffällig wie möglich bringen sie Schlappo in der hintersten Ecke unter dem kleinen Tisch in Sicherheit.

In seiner dunklen Ecke lauscht Schlappo, voll gepackt mit Leckereien, den Gesprächen. Unser Schlappo ist nun mal neugierig. Über so viele Dinge wird gesprochen, manche ganze interessant und andere total langweilig. Plötzlich erschreckt er. Ist das eine Maus? Nein, das sind zwei Hände die ihn fest packen und hochheben. Überrascht schaut er nach oben. Da sieht er Richard. Der trägt Schlappo mit einem schadenfrohen Lächeln leise auf Zehenspitzen in den Garten hinaus.

Schlappo schaut Hilfe suchend um sich. Doch er kann nirgends Becky oder Leon entdecken. Wo sind die beiden nur? Haben sie keine Ahnung, dass er entführt wird? Dabei weiß er sehr gut, dass es um die Süßigkeiten geht, die in ihm aufbewahrt sind.

Richard schleicht sich mit seiner Beute in den Garten. Hinter dem alten Schuppen schaut er sich sein Diebesgut ganz genau an. Die meisten Schokoladeneier stopft er sofort in seinen Mund. Dabei schmatzt er unerträglich laut. Schlappo fühlt, dass es immer weniger wird. Er ist stinksauer auf Richard.

Schlappo im Osterwirbel

Plötzlich verändert sich die Farbe von Richards Gesicht. Es wird weißer und weißer. Auch das spitzbübische Lächeln ist verschwunden. „Ha, das geschieht dir ganz recht!“, denkt sich Schlappo „Warum isst du auch den anderen die Sachen weg.“ Richard ist von den vielen Süßigkeiten fürchterlich schlecht geworden. Schnell läuft er ins Haus zurück.

Erleichtert und auch wütend bleibt Schlappo zurück. Wer soll ihn jetzt hier zwischen den hohen Sträuchern im Garten hinter dem Schuppen finden? Vielleicht suchen Becky und Leon noch Ostereier heute Nachmittag. Aber Quatsch, sie haben den Garten bereits den ganzen Morgen abgesucht. Und da haben sie echt unter jeden Stein geschaut. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass nochmals jemand hierher kommt.

Viele Minuten des Wartens vergehen. Da hört Schlappo Geräusche ganz dicht in der Nähe. Sein Herz beginnt laut zu pochen. Er hofft so, dass jemand kommt und ihn nach Hause trägt. Das Rascheln kommt immer näher. Aber eigenartig, es hört sich nicht wie Schritte oder ein Trippeln an. Nein, es schleicht eher. Und es schnüffelt. Plötzlich fühlt Schlappo einen kühlen Punkt auf dem Hutrand.

Noch auf Hilfe gehofft, bangt er jetzt um sein Leben. Der große zottelige Hund vom Nachbarn steht vor ihm. Was für ein Ungeheuer? Er spürt wie die Zunge die noch liegen gebliebenen Zuckereier ausschleckt. So wie es sich anhört und wie es auch aussieht, schmeckt es auch diesem großen Untier.

Schlappo entspannt sich langsam. Dafür steigt seine Wut langsam wieder in ihm hoch. Er ist ein eleganter italienischer Hut und doch kein Fressnapf. Jeder ist nur noch an seinem klebrigen Inhalt interessiert. Ach wären doch Becky und Leon hier!

Schlappo weiß nicht, dass die beiden schon seit eine geraumen Schlappo im OsterwirbelZeit ihren Hut suchen. Sie haben das ganze Haus durchkämmt, aber nichts gefunden. Auch hatten sie bereits Richard in Verdacht. Dem geht es jedoch so schlecht, dass aus ihm nichts Vernünftiges rauszukriegen ist. Da im Haus noch alle am Kaffeetisch sitzen und erzählen, flüchten die beiden in den Garten. Leon sieht als erster den Nachbarshund hinter dem Schuppen. Ehrlich gesagt, hat er etwas Angst vor ihm. Der Hund ist riesengroß. Doch die Neugierde treibt ihn voran. Langsam pirschen sich die beiden näher heran.

Der Hund ist immer noch mit dem Fressen beschäftigt. Er findet es tierisch lecker. Nur die Folie um die Schokolade ist fürchterlich. Diese geht nicht so einfach ab oder klebt dann irgendwo an seiner Schnauze fest. Die bunten Hühnereier lässt er sowieso lieber liegen. Die sind für einen Hund einfach zu schwer zu knacken.

Leon und Becky haben sich langsam in die Nähe des Hundes getraut. Als Becky Schlappo sieht, ist ihre Empörung riesengroß. Plötzlich ist ihre Furcht vergessen. Sie kreischt ganz laut: “He, da ist Schlappo und unsere Ostereier. Hau ab!“ Der Hund, der noch ins Fressen vertieft war, ist total erschrocken. Er hatte die beiden nicht bemerkt, da er mit den Leckereien beschäftigt war. Ohne sich richtig umzuschauen, flieht er mit einem riesengroßen Sprung durch das Loch im Gartenzaun.

Leon und Becky schauen sich verzweifelt den Schaden an. Sie sind stinksauer. Ihre leckeren Süßigkeiten! Beinahe nichts mehr ist übrig geblieben. Sie ahnen sofort, was passiert ist. Der Hund kann Schlappo nicht hierher in den Garten getragen haben. Und da sind auch noch die Bauchschmerzen von Richard.

Schlappo fest im Arm gehen die beiden in die Küche im Haus zurück. Sie haben nicht viel miteinander gesprochen, wissen jedoch, was zu tun ist. In der Küche nimmt Leon ein rohes Ei aus dem Kühlschrank. Becky malt ein kleines Blümchen darauf. Leise schleichen sie ins Wohnzimmer zurück. Dort warten sie, bis Richard aus dem Badezimmer zurückkommt. Als er sich auf seinen Stuhl setzen will, legen sie ihm das rohe Ei auf dem Stuhl. Und knack und fatsch, Ei kaputt und alles an der Hose. Es ist mäusestill. Alle schauen zu Becky und Leon mit Schlappo. Die sagen ganz unschuldig; „Oh, der Osterhase war hier!“.Schlappo im Osterwirbel

 

 

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