Fliegende Wassertropfen

Wie jeden Abend geht Leon nach dem Abendessen schnell auf sein Zimmer, um nach Gufu Munka zu schauen. Er braucht nicht lange zu suchen und sieht sie bereits neben ein paar Wölkchen am Himmel schweben. Die kleine Drachenwolke begrüßt Leon erfreut, indem sie roten Drachenwolkenkristall-staub in den Himmel bläst.

Leon erzählt Gufu Munka von seinem Tag in der Schule. Er hatte den Kindern und der Lehrerin von der Drachenwolke berichtet. Aber die meisten glaubten Leon nicht so richtig. Die Lehrerin behauptete sogar, dass Leon nur das Abendrot gesehen hat. Tja, Lehrer wissen eben auch nicht alles.

Aber sein bester Freund Fred ist überzeugt und schon sehr gespannt auf die kleine Drachenwolke. Er will in den Ferien sogar mal bei Leon übernachten, um Gufu Munka mit eigenen Augen zu sehen. Da müssen die beiden noch ihre Eltern fragen, aber das ist kein Problem. Von Fred hat Leon auch einen kleinen Spielzeugdrachen bekommen. Den zeigt Leon an Gufu Munka. Gufu Munka findet ihn schön, auch wenn er ganz anders als eine richtige Drachenwolke aussieht.

Leon will mehr über die Wolken wissen. Er ist neugierig, wie die Wolken entstehen. Gufu Munka schaut den kleinen Jungen nachdenklich an, als sie seine Frage hört. Das ist gar nicht so schnell zu beantworten. Gufu Munka überlegt noch kurz, bevor sie beginnt zu erzählen.

Die kleine Drachenwolke erklärt Leon, dass die Wolken aus sehr, sehr vielen kleinen Wassertropfen oder Eiskristallen bestehen. Diese Wassertropfen kommen aus der Luft, die von der Erde in den Himmel aufsteigt. Das Wasser in der Luft sieht man meistens nicht, da die Tröpfchen sehr klein sind. Deshalb werden diese Tröpfchen Wasserdampf genannt. Je weniger Wasser in der Luft ist, desto mehr Wassertröpfchen passen natürlich noch in die Luft hinein. Und je wärmer die Luft ist, desto mehr Wassertröpfchen kann sie tragen.

Die wärmste Luft befindet sich meistens in der Nähe des Bodens. Denn dort wird sie durch die Erde und das Wasser angewärmt. Je weiter wir in den Himmel kommen, desto kälter wird es. Da die warme Luft mit den Wassertröpfchen leichter als die kalte Luft ist, steigt sie nach oben, wo sie immer mehr abkühlt.

Wenn die Luft im Himmel immer kühler wird, bilden sich aus den ganz kleinen unsichtbaren Wassertröpfchen wieder Wassertropfen. Diese Wassertropfen sind noch sehr klein aber dafür sichtbar in Form von Wolken. Wenn die Wassertröpfchen schnell und sehr hoch aufsteigen, können sich selbst Eiskris-talle bilden. Viele dieser Eiskristalle zusammen bilden eine Eiswolke.

Wind und Sonne helfen den Wassertröpfchen in den Himmel zu steigen. Wenn die Sonne direkt auf die Erde scheint, geht das richtig schnell. Die Wassertröpfchen fahren dann beinahe wie auf einer Rolltreppe nach oben.Fliegende Wassertropfen und Gufu Munka

Mit dem Wind ist es etwas anders. Er ist ein sehr unruhiger und launischer Gesell. Er treibt mit den Wassertröpfchen seine Späße und lässt sie dann nach oben in die Wolken wirbeln.

Leon ist fasziniert. Was Gufu Munka nicht alles weiß. Schade, er würde auch gern eine richtige Wolke ganz aus der Nähe sehen. Vielleicht könnte er sie sogar anfassen. Gufu Munka lacht. Sie erklärt Leon, dass es auch Wolken auf der Erde gibt. Der ist erstaunt. Leon kann sich nicht erinnern schon einmal eine Wolke bei sich gesehen zu haben. Da hört von Gufu Munka, dass Nebel auch eine Art Wolke ist. Viele kleine Wassertropfen befinden sich dann in Bodennähe. Leon ist begeistert. Die Wolken am Himmel gefallen ihm aber dann doch besser.

Leon ist unglaublich müde geworden. Tausend kleine Wassertröpfchen schwirren vor seinen Augen, auch wenn am Himmel beinahe keine Wolke mehr zu sehen ist. Außerdem wird es beinah richtig dunkel. Gufu Munka ist mit den anderen lang-sam weitergeschwebt. Leon winkt ihr noch kurz zu und geht dann schnell ins Bett.

Nächstes Kapitel Das Wolkenhaus


Kommentare

Gufu Munka – Kapitel 4 — Keine Kommentare

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.