Die Monsterwolke

Die Erinnerungen an die Monsterwolke jagen Gufu Munka immer wieder einen kalten Schauer über ihren Wolkendrachenrücken, aber lassen auch ein triumphales Gefühl zurück.

Der Tag hatte gar nicht so schlecht begonnen. An diesem Morgen leuchtete der Himmel hellblau. Vereinzelt waren einige verspielte Wolken unterwegs. Doch plötzlich fühlte Gufu Munka einen kühlen Hauch. Und da nochmals! Mit Unmut probierte sie etwas höher zu steigen. Die kalte Luft kam deutlich von unten und das empfand sie als sehr unangenehm. Aber es half nicht. Stirnrunzelnd schaute sie um sich. Die warme Luft wurde immer weiter nach oben gedrückt durch die ankom-mende kalte Luft, die langsam über das Land wälzte. Gufu Munka knurrte.

Sie schaute weiter aufmerksam um sich. Nicht nur, dass es kälter wurde. Nein, auch der schöne blaue Himmel wurde mehr und mehr mit Wolken zugedeckt. Jetzt entstand genau neben ihr eine immer größer werdende dunkel quellende Wolke. Und je dicker diese Wolke wurde, desto dreister und frecher wurde sie auch. Der kühle Wind frischte immer mehr auf. Die kleinen Drachenwolken blieben dicht beieinander, um nicht in alle Himmelsrichtungen geweht zu werden.

Die unheimliche Quellwolke neben Gufu Munka wuchs mehr und mehr. Sie sah immer gefährlicher aus und brodelte nur so. Sie verschluckte die warmen schnell nach oben steigenden Luftmassen, die von unten kamen. Diese hatten so viel Kraft, dass sie selbst kleine Tropfen mit in den Himmel hineintrugen. Das Wasser gefror oben in der Wolke, so kalt war es. Und dann sackte die kalte Luft wieder nach unten. Dadurch drehte sich die ganze Wolke von unten nach oben und dann wieder von oben nach unten. Sie war sicher schon hundert mal hundert Mal größer als die Drachenwolken.

Der Wind wurde immer stärker. Und als ob es nicht schon angsteinjagend genug war, begann die Wolke jetzt auch noch am Himmel lang zu walzen. Dabei gab sie furchtbar pfeifende Geräusche und ein lautes Knurren von sich.

„Hilfe, die Monsterwolke kommt! Wir werden gefressen! Rette sich wer kann!“ schrie Gufu Munka und geriet in Panik. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Sie probierte wie die anderen Drachenwolken mit dem Wind höher in die Wolken zu steigen. Wie sie sich jedoch auch beeilten, die Monsterwolke wuchs und wuchs und wurde schneller und schneller. Auch wenn sie noch so groß und fett war, sie wurde nicht träge. Im Gegenteil, alles war in Bewegung!Wolkenhaus Gufu Munka

Nun konnte den kleinen Drachenwolken nur noch ein Wunder helfen. Da hatte Gufu Munka eine Idee! Sie holte ihre Ge-schwister und machte ihnen deutlich, was sie vorhatte. Einfach war es nicht, aber es musste doch etwas getan werden. Das Toben des Windes wurde immer ohrenbetäubender.

Wolkenhaus Gufu MunkaDann kämpften sich die kleinen Drachenwolken mit letzter Kraft in die Höhe. Als sie am oberen Teil der Monsterwolke ankamen, bliesen sie Drachenwolkenstaub auf den vereisten Teil der großen Wolke. Sie pusteten und pusteten, was sie nur konnten. Ihnen wurde schon ganz schwindelig und aus Angst zitterte der kleine Drachenwolkenkörper. Doch nach kurzer Zeit begann das Eis in der Monsterwolke zu schmelzen und fiel in großen Tropfen nach unten zur Erde. Immer mehr Tropfen fielen aus der Monsterwolke und nahmen andere Tröpfchen von der Wolke auf die Erde mit. Es regnete in Strömen. Und da jetzt das ganze Wasser aus der Monsterwolke regnete, wurde sie kleiner und kleiner, und auch langsamer und langsamer.

Die kleinen Drachenwolken jubelten. Sie hatten gesiegt! Der Wolkenhaus Gufu MunkaRegen strömte auf die Erde. Auch der Wind wurde müde. Langsam war die Sonne wieder am Horizont zu sehen. Nach dem kalten Sturm fühlten sich ihre Strahlen sehr gut an. Die Drachenwolken glitzerten und funkelten rot vor Freude. Sie waren sehr stolz auf sich, dass sie zusammen die Monster-wolke besiegt hatten.

Und dann passierte noch etwas Wunderbares. Ein großer Regenbogen spannte sich über den Himmel. Er leuchtete in den schönsten Farben, die du je gesehen hast. Gufu Munku stand still und schaute voller Bewunderung zu dem fantastischen Farbenspiel.Wolkenhaus Gufu Munka

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