Das Wolkenhaus

An diesem Abend schieben sich dicke, fette Regenwolken am Himmel entlang. Leon muss daran denken, was Gufu Munka ihm über die Entstehung der Wolken erzählt hat. Das ist bestimmt alles interessant. Doch ärgert er sich im Moment.
Mit so einer Wolkenschicht am Himmel kann er Gufu Munka vielleicht gar nicht sehen und mit ihr sprechen. Die dicken Regenwolken, die fast auf den Dächern der Häuser hängen, versperren ihm immer wieder die Sicht in den Himmel.

Da plötzlich entdeckt Leon eine kleine rote Flamme hinter der grauen Wolkenmauer. Nach ein paar Augenblicken sieht er seine Freundin. Erleichtert winkt er Gufu Munka zu, die gerade hinter einer dicken Regenwolke zu ihm hervorlugt.

„He, warum schiebst du nicht diese olle dicke Wolke weg?“ will Leon wissen. „Naja, weil sie so groß und fett ist. Sie hat in ihrem Bauch unheimlich viel Wasser geladen.“ antwortete Gufu Munka verärgert. Deshalb kann sie auch nicht höher aufsteigen. Sie sackt immer weiter nach unten. Bis sie in so warme Luft kommt, dass sie die Regentropfen nicht mehr halten kann und alles aus ihr heraustropft, als wäre sie ein Sieb.“

Leon denkt nach. Tatsächlich hatte er sich bisher noch nicht viele Gedanken darüber gemacht, wie hoch die Wolken am Himmel schweben oder ob es unterschiedliche Arten gibt. Naja, natürlich gibt es große und kleine Wolken – das fällt ja jedem auf. Oder ob eine Wolke eine interessante Form hat, zum Beispiel dass sie aussieht wie eine Ritterburg oder eben wie Gufu Munka. Aber viel mehr weiß er eigentlich noch nicht darüber.

Da erzählt Gufu Munka an Leon, dass es am Himmel drei Stockwerke für die Wolken gibt. Das kann man sich fast wie ein Haus mit drei Etagen vorstellen. In der ersten Etage wohnen die großen Wolken. Sie sind meistens schwer, da sie viel Wasser tragen. Dabei sind das nicht nur die dunklen, runden Regenwolken oder die hoch aufgetürmten Wolken, die aussehen als hätte gerade ein Fön in sie hineingeblasen. Nein, es sind auch die, die wie ein riesiger Teppich den Himmel abdecken und kaum einen Sonnenstrahl hindurchlassen.

Geschichte Drachenwolke Gufu Munka

Die Wolken in der zweiten Etage sind schon etwas leichter und luftiger. Hier wohnen auch die Drachenwolken. Es gibt einige lustige Wolkengesellen, mit denen den die Drachenwolken spielen und viel Spaß haben. Von der Erde aus gesehen, sehen sie eher wie weiße oder graue Flecken und Kleckse aus. Sie leben in großen Familien zusammen und darum sind meistens viele von ihnen zusammen zu sehen. Oftmals zieht es sogar so aus, als ob ein großer Schleier über den Himmel gelegt wurde. Glücklicherweise sind sie nicht so fett und groß und deshalb kann die Sonne an ihnen vorbei oder selbst durch sie hin-durchscheinen.

Ach ja, und dann sind noch die ganz hohen Wolken. Die schweben ganz oben am Himmel. Sie sind federleicht und von der Erde aus gesehen, scheinen sie oftmals nur wie ein Pinselstrich oder Tüpfelchen. Es sind grazile Wesen, die viele Geschichten zu erzählen haben, aber oftmals so verstreut sind, dass es schwierig ist zuzuhören.

Gufu Munka jagt es einen Schauer über den Wolkendrachen-rücken. Sie denkt an die großen Monsterwolken. Die Monsterwolken sind riesig und blasen sich von ganz unten bis ganz oben auf. Aus ihnen kommen auch oft Gewitter. Vor allem die Erinnerung an den donnernden Blitz lassen Gufu Munka erschauern. Von ihrer ersten Begegnung mit einer Monsterwolke will sie lieber ein anderes Mal erzählen.

Leon kann es gar nicht erwarten. Ha, eine Monsterwolke, das hört sich interessant an. Ungeduldig krabbt er mit den Fußzehen auf dem Teppich. Gufu Munka ist bereits weitergezogen, noch ganz in Gedanken versunken.

Nächstes Kapitel Die Monsterwolke

 


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